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Rubrik Technik

Leise Töne auf dem Ball der Eitelkeiten

von der Krise ausgebremst / 63. IAA im Strukturwandel / Alternative Antriebe dominieren

von Marco Eschenbach Ob sie die Zeichen erkannt hat? Bundeskanzlerin Angela Merkel im neuen Elektroauto Erwartete, aber dennoch recht ernüchternde Bilanz: 850.000 Besucher und damit deutlich weniger als 2007 hat die Internationale Automobilausstellung (IAA) im "Krisenjahr" nach Frankfurt gelockt. Die Zeit der Superlative scheint vorbei zu sein, alternative Antriebe und vor allem das Elektroauto wurden von vielen Herstellern auf ihren Messeständen zukunftsweisend in den Vordergrund gerückt.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigte sich wegen der vorauszusehenden Rückgänge naturgemäß zufrieden. "Die 63. IAA hat alle unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse hat sich in einem sehr schwierigen Umfeld als Publikumsmagnet erwiesen", zog VDAPräsident Matthias Wissmann vor dem Hintergrund der weltweiten Absatzkrise zum Abschluss der Schau Bilanz. Es seien deutlich mehr Besucher gekommen als erwartet.
Doch wer wieder ein Drängeln durch die Messehallen wie im Rekordjahr 2007 befürchtet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Die elftägige Ausstellung bot genügend Freiraum zum ungestörten Betrachten. Das Besucher-Minus sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die ausstellenden Firmen aus Kostengründen mit ihren Kundeneinladungen zur IAA sehr zurückhaltend gewesen seien. "Beim breiten Publikum, das seine Karte an der Kasse kauft, haben wir nur einen Rückgang von fünf Prozent. Das ist für uns der reale Wert, der mehr aussagt über die ungebrochene Faszination Auto", sagte Wissmann. 781 Aussteller aus 30 Ländern zeigten die neuesten Entwicklungen der Automobil- und Zulieferindustrie, ein Minus von rund sieben Prozent zum Niveau vor zwei Jahren. 100 Weltpremieren der Hersteller und 87 Weltneuheiten der Zulieferer bot die IAA den Autofans. Maxime wie "Größer, schneller, stärker" gehören der Vergangenheit an, vielmehr scheinen die Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Fast kein Hersteller, der mit seinen vorgestellten Modellen nicht auf Hybridtechnologie oder gleich auf emissionsfreie Elektroautos setzt. "Die mehr als 100 Jahre lange Erfolgsgeschichte des Verbrennungsmotors wird zwar noch auf absehbare Zeit die individuelle Mobilität dominieren, doch hier auf dieser IAA war erstmals für Jedermann erkennbar, dass die Elektrifizierung des Automobils immer weiter voranschreitet", konstatierte Matthias Wissmann. Dass die führenden Autohersteller und Pioniere der alternativen Antriebstechnologie wie Nissan, Honda oder Mitsubishi der IAA aus Kostengründen fern blieben, ließ der VDA-Präsident aber unerwähnt.
Die Autoschau alle zwei Jahre in Frankfurt ist selbstverständlich kein einziges Schaulaufen, vielmehr zieht sie ihren Nutzen für die Branche auch aus der Möglichkeit, riesige Diskussionsplattform für eine gemeinsame Weiterentwicklung von Technologien zu sein. So lud Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch auf der IAA alle Beteiligten zu einem Autogipfel ins Kanzleramt nach Berlin ein.
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